Unerwünschte Mails via BookCrossing? Spam?


Wenn Du Dich bei BookCrossing anmeldest, wird Dir klar gemacht, dass alle Deine Daten vertraulich behandelt werden und diese nicht an Dritte weitergegeben werden. Dadurch, dass Du ein Pseudonym (im BookCrossing-Jargon auch Screenname genannt) auswählst, kannst Du selbst entscheiden, wie anonym Du am BookCrossing-Geschehen teilnimmst. Das war schon immer so. Und das wird auch immer so bleiben.

Dass dann nach der Anmeldung eine, leider immer noch englischsprachige, Begrüßungsmail in das persönliche E-Mailpostfach flattert, wirst Du vermutlich noch nachvollziehen können. Du hast Dich ja mit Deiner E-Mailadresse bei BookCrossing.com angemeldet und das System schickt Dir dementsprechend eben eine solche Begrüßungsmail. Auch die E-Mail, mit der Du Deine Anmeldung bestätigen sollst, wird Dir kein Kopfzerbrechen machen, ist so was heutzutage auf Webseiten schon eine Selbstverständlichkeit: Damit wird letztendlich unterbunden, dass irgendwelche automatischen Systeme hunderte von Accounts anlegen.

Doch dann auf einmal bekommst Du aus heiterem Himmel eine weitere Nachricht von einem Dir unbekannten BookCrosser – direkt in Deinem Postfach. Auch wenn der Inhalt nett gemeint ist, wunderst Du Dich erst mal, wieso das sein kann, insbesondere, wenn Du noch nicht aktiv an BookCrossing teilgenommen hast. Ist das vielleicht Spam?

Im Prinzip nicht.

Zuerst mal kurz eine Erklärung, wie dieses System der Benachrichtigung bei BookCrossing funktioniert: Deine E-Mail-Adresse ist in Deinem Profil hinterlegt und zur keiner Zeit von irgendeine BookCrosserin einsehbar. Über das BookCrossing-System können BookCrosser mit ihren Screennamen untereinander Nachrichten austauschen: dafür gibt es auf jeder Profilseite einen entsprechenden Link. Es öffnet sich dann ein kleines Formular, worin die Nachricht geschrieben wird, und beim Abschicken wird diese Nachricht vom System im Hintergrund an die jeweils hinterlegte E-Mailadresse geschickt – womit diese einfach in das persönliche E-Mailpostfach gelegt wird. Um zu antworten musst Du dann wieder auf die BookCrossing.com-Seite gehen (entsprechender Link ist in der Mail vorhanden); ein direktes Antworten via E-Mail ist nicht möglich. Wie Du siehst, weiß der Absender trotzdem nicht, wie Deine E-Mailadresse lautet.

Bleibt nur noch die Frage: Wieso schreibt Dir auf einmal ein (noch) wildfremde BookCrosserin?

Das kann vielerlei Gründe haben, die meisten davon sind sogar nachvollziehbar:

  • Ein BookCrosser aus deiner Stadt/Region hat über die Webseite festgestellt, dass sich jemand neu angemeldet hat – die Website lässt eine Sortierung nach Anmeldedatum zu, so dass die neu angemeldeten Screennamen ganz oben in der Liste stehen. Dieser möchte nun seine Hilfe anbieten, oder Dich zu einem BookCrossing-Treffen einladen.
  • Du hast ein Buch gefunden und für dieses Buch einen Eintrag gemacht. Diejenige, die das Buch freigelassen hat, bekommt automatisch eine Kopie dieser Nachricht (das funktioniert genauso anonym, wie oben bei den persönlichen Nachrichten bereits beschrieben). Und nimmt jetzt Kontakt mit Dir auf um ihre Hilfe anzubieten, oder was auch immer.
  • Du hast bereits ein paar Bücher registriert und diese sind dann für andere BookCrosser auf Deinem Profil einzusehen. Jetzt gibt es ein Buch, woran ein anderer BookCrosser*in interessiert ist, und er/sie fragt nach, ob er es lesen dürfte oder gar gegen ein anderes Buch tauschen kann.
Warum und aus welchen Grund ein BookCrosser Dich auch immer anschreibt: Du bist zu keiner Zeit zu irgendetwas verpflichtet! Nur Du alleine entscheidest, ob Du den Kontakt annimmst oder nicht. Und wenn Du überhaupt keinen Kontakt zu anderen BookCrossern haben möchtest – aus welchem Grund auch immer – kannst Du in den Einstellungen Deines Profils (zu finden unter dem Menüpunkt “Mein BC“) auch einstellen, dass Du z.B. keine Bücher tauschen möchtest, oder dass Du keine persönliche Nachrichten von BookCrossern empfangen möchtest.

Das gleiche gilt auch für diese sogenannten Freundschaftsanfragen. Diese sind nicht vergleichbar mit Freundschaftsanfragen auf den Sozialen Netzwerken wie z.B. Facebook. Bei BookCrossing.com handelt es sich bei diesen Freundschaftslisten einfach um eine Liste von BookCrossern. So eine Art “Favoriten-Liste”, damit Du deren Profile schneller erreichen kannst. Und diese Listen werden von BookCrosser zu BookCrosser anders gehandhabt: die einen füllen diese Liste mit BookCrossern, die sie schon mal im realen Leben getroffen haben, andere wiederum mit BookCrossern mit dem gleichen Lesegeschmack, u.s.w.
Auch hier gilt: Es besteht keine Verpflichtung zur Annahme eines Freundschaftsantrages.

Wie Du siehst, sind diese unerwarteten und vielleicht aus Deiner Sicht auch unerwünschten Nachrichten von BookCrossern alles andere als das, was man üblicherweise unter Spam versteht.

Nichtsdestotrotz hat der BookCrossing-Support jüngst in der Community noch mal deutlich darauf hingewiesen, ich zitiere: […] dass in Zukunft die Kontaktierung unter anderem von Neulingen, zu denen kein konkreter Bezug besteht, nicht mehr toleriert wird. […].

Zum Schluss noch eine Übersicht der FAQs mit Bezug zum Thema Spam:


Um den größeren weiblichen Teil der BookCrosser gerecht zu werden, gleichzeitig aber nicht ständig beide Fassungen im Text auszuschreiben (das sogenannte “Binnen-I” mag ich überhaupt nicht), habe ich mir erlaubt einfach abwechselnd den Begriff “Bookcrosserin” und “BookCrosser” zu verwenden. Wyando